














Die Kölner Ringe, das Friesenviertel, der Eigelstein - in den 60er Jahren galten diese Plätze als das "Klein-Chicago am Rhein".
In den 90er Jahren sind die Zeiten ruhiger geworden; das kölsche Milieu ist nur noch selten für Schlagzeilen gut. Die Hochburgen des Milieus, Tanzsäle, Bars und Kneipen wie die Diskotheken "Showboat" und "Love Story", in denen ehemals die Halbweltgrößen, wie "Schäfers Nas" oder "Dummse Tünn" ihre Reviere absteckten, haben ihre Bedeutung verloren. Doch während das Milieu noch die verlorenen Legenden beklagt, geht es den Resten des Gewerbes an die Existenzgrundlage.
Polizei und Staatsanwaltschaft sind durch die Kölner Stadtväter und den Versicherungskonzern "Gerling" abgelöst worden. Über Tochtergesellschaften kauft "Gerling" immer mehr Häuser auf und legt die dort situierten Etablissements trocken.
Nur noch wenige Diskotheken und Cafes im Friesenviertel
und Eigelstein sind dem Milieu als Amüsiermeile geblieben. Hier feiert sich die Halbwelt selbst; in einem Milieu, von dem sie behauptet, dass hier "jeder Stenz werden kann, wenn er will"; man "über Schutzgelder lacht" und niemand "einen Organisationsdruck verspürt".
Nacht im Milieu ist Teil des Zyklus "Macht und Ritual".
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